#CoronaZeiten #7

Sieben Wochen #CoronaZeiten und noch einiges vor uns

  1. Mein liebstes Wortfundstück ist #Snutenpulli. Man könnte natürlich auch Maullappen oder Nasenverhüterli sagen. Auf jeden Fall ist die Tatsache ob, wie und wann jemand eine im ÖPNV oder im Einzelhandel geforderte „textile Mund-Nasen-Bedeckung“ trägt, interessant. Da gibt es die, die die Einmal-Maske übers Kinn ziehen und Mund-Nasen-Frei im vollen Bus sitzen. Es gibt auch die Variante Maske als Haar-Bedeckung, gerne mit einer Handwerker-Arbeitsmaske erprobt. Diese beiden Varianten scheinen aufgrund der überproportionalen Sichtungen mit einem Defekt des Y-Chromosomen verbunden zu sein. Ansonsten findet man noch gerne die eher bei Frauen sichtbare Variante der freien Nase. Bei allen diesen „Regelverweiger*innen“ wird auch gerne die Facebook-Expertise, warum das eh nicht hilft, angeführt. Wenn aber in einem Geschäft jemand mit einer Wachschutz-Uniform steht, folgt man natürlich, um bei nächstbester Gelegenheit das Teil wieder abzulegen. Was für ein Verständnis von Eigenverantwortung und Schutz der anderen.
  2. Vier-Tage-Wochen sind in diesen anstrengenden Zeiten, zumal wenn sie nicht nur mit viel Erwebsarbeit, sondern aufgrund persönlicher Umstände mit doppelter Sorgearbeit verbunden sind, super. Da ist neben all der Arbeit sogar noch etwas Erholung drin. Ich habe zum Beispiel zwei Bücher ausgelesen und finde das großartig, weil ich in den letzten Wochen nicht mal dazu gekommen bin.
  3. Die am wenigsten sichtbaren und oft unterschätzten Corona-Held*innen sind für mich die Müllleute. Die Mengen an Papier, Glas und Restmüll sind in meiner Wohnanlage so reichlich, dass es sinnvoll ist, sehr bald nach ihrem Besuch seinen Anteil für den nächsten Besuch runter zu bringen bevor die Tonnen wieder zu voll sind.
  4. Statt Urlaubs- und Kulturfreude ist viel Zeit nötig, um die abgesagten Termine mit Erstattung und Neuterminierung zu verfolgen. Und man freut sich, wenn ein Veranstalter natürlich eine Erstattung, aber auch eine Spende mit Bescheinigung anbietet, die binnen weniger Wochen auch mit einem wunderbaren Danke-Brief ankommt.
  5. Die Diskussion über Lockerungen, Anpassungsstrategien und die damit verbundene Diskussion zeigt tiefe Spaltungen in unserer Gesellschaft auf. Und während einige meinen, mit Demogaffen ihr Recht auf Freiheit in Anspruch nehmen zu müssen, werden andere, die zur Vernunft mahnen, beschimpft.
  6. „Money makes the World go around“ – deshalb meinen vermutlich einige, dass eine Diskussion über Orte für Kinder ausserhalb ihrer häuslichen Umgebung nur in Gesellschaft ihrer Kernfamilie sei „Micky-Maus-Politik“, während sie selbst eine nur von Fernsehgeldern (und deutlich zu hohen Einkommen einiger Fussball-Profis) getriebene Debatte um Geisterspiele in der Fussball-Bundesliga führen, die ähnlich überzeugend ist wie Ausführungen einer Auto-Lobbyistin, die erklärt, warum Dividendenzahlungen und Manager-Boni gezahlt werden sollten, während man gleichzeitig nach Staatshilfen aus Steuermitteln ruft. Dafür soll es aber natürlich kein Mitspracherecht des Staates geben. Aber natürlich braucht es eine Debatte über Verteilungsgerechtigkeit und mehr als Klatschen für die Systemerhalter*innen. Obwohl deren Einkommen gute Gründe für staatlich geregelten armutsfesten Mindestlohn und Grundrente sind.
  7. Es braucht in diesen Zeiten Schönes. Blumen, gute Nachrichten und das, was einer selbst gut tut. Denn man sollte das Leben so genießen wie es ist.

Veröffentlicht von Margrit Zauner

Europäerin in Berlin mit großer Wienliebe und einer Leidenschaft für Bücher und Arbeit Copyright Foto: ALBBW / M. Bußmann

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