#CoronaZeiten #12

Zwölf Wochen #CoronaZeiten und noch einiges vor uns.

  1. It’s the Economy, stupid. Aber eher in dem Sinne, dass Keynes (endlich) wieder Beachtung findet. Wenn plötzlich statt der „schwäbischen Hausfrau“ das „schwäbische KMU“ als Versinnbildlichung der richtigen Strategie durch die „Wirtschaftsweisen“ propagiert wird, die GroKo mit Wumms ein Konjunkturpaket schnürt, das nicht einfach nur die bedient, die am Althergebrachten hängen und lieber Autos wie immer bauen statt die Gestaltung der mobilen Zukunft anzugehen und die Schuldenbremse und „schwarze Null“ die erforderlichen Programme verhindern würden, die es braucht, um Wohlstand auch in der Zukunft zu erhalten, dann hat sich viel getan. Und ich bin sehr froh, dass ich nach einer neoliberalen Verengung des wirtschaftspolitischen Diskurses wieder eine Offenheit für Lösungen da ist, die auch wirklich helfen statt nur zu behaupten, das sie es täten.
  2. Allerorten die „dringende Empfehlung“, Abstand zu halten und zum Beispiel im ÖPNV Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Und die Lockerungen führen dazu, dass wieder weniger ihren Beitrag zum Schutz der anderen leisten und glauben, Aerosole ließen sich durch Willenskraft, Wegbier oder die eigenen Tattoos davon abhalten, das Virus weiter zu tragen und wieder mehr Menschen anzustecken. Und am Ende sterben Menschen. 15 von ihnen hat die ZEIT porträtiert. Und sie und alle anderen Toten haben eine Lücke hinterlassen, die zu früh gerissen wurde.
  3. Es gibt wieder mehr Präsenztermine und Möglichkeiten zum direkten Gespräch. Und ja, selbst mit Abstandsregeln ist es nach Wochen der Telko-Kommunikation eine gute Erfahrung, wieder miteinander in einem Raum zu reden und Lösungen für Probleme zu suchen. Gleichzeitig gibt es die Erfahrung, dass man gut auf überflüssige Sitzungen und Machtdemonstrationen Einzelner verzichten kann und wir am Ende zu einem sinnvollen Mix kommen müssen. Und wieder verantwortungsvoller mit der eigenen Zeit und der anderer umgehen. Und dabei und damit jeden und jeder auch eine neue Balance von Erwerbs- und Sorgearbeit zu ermöglichen. Das setzt neben 5G an jeder Milchkanne auch mehr Fähigkeiten von Selbstorganisation und Abgrenzung des Privaten vom Beruflichen für alle voraus. Und genug Möglichkeiten des Austauschs und der gemeinsamen Interessensvertretung, denn der Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit ist weder im Homeoffice noch mlt der Digitalisierung aufgehoben – im Gegenteil.
  4. Eigentlich wäre ich letzten Sonntag in München bei einem tollen Konzert von Eric Clapton und am Donnerstag in Hannover bei einem ebenso tollen Konzert von Paul McCartney gewesen. Ich habe die Möglichkeit der Stornierung der Karten für die Salzburger Festspiele genutzt und diverse Theater- und Konzertkarten entweder mit einiger Arbeit umorganisiert oder auch die Erstattung überwachen müssen. Dabei ist immer die Vorverkaufsgebühr verloren gewesen, es gab zusätzliche Kosten für die Rückerstattung. Das Geld kommt auch hier nicht bei den Künstler*innen oder Veranstaltungsorten an. Aber Eventim verdient weiter seinen Teil. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es in Zukunft weitergeht.
  5. Es tut gut, Menschen um sich zu haben, die in Notsituationen einfach mal helfen, wenn unverhoffte Probleme auftreten.
  6. Endlich hat eine Doku im ORF die mich immer mal wieder beschäftigende Frage nach Liebe und Sex in Corona-Zeiten beantwortet. Scheidungsanwält*innen und Hebammen und alles, was noch so dazu gehört, werden in den kommenden Monaten viel zu tun haben.
  7. Blumen bleiben wichtig für das eigene Wohlbefinden. Genauso wie Balkonien.

Veröffentlicht von Margrit Zauner

Europäerin in Berlin mit großer Wienliebe und einer Leidenschaft für Bücher und Arbeit Copyright Foto: ALBBW / M. Bußmann

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