#CoronaZeiten #13

Dreizehn Wochen #CoronaZeiten und noch einiges vor uns

  1. Anstatt dass man sich freut, dass es in Deutschland bisher im Vergleich zu anderen Ländern noch ziemlich glimpflich zugegangen ist, scheint das Präventionsparadox voll zu wirken. Und zeigte sich am Anfang noch eine breite Bereitschaft, auch zu Gunsten von vulnerablen Gruppen einen eigenen Beitrag zum Schutz anderer zu leisten, zum Beispiel durch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, so lässt das wieder deutlich nach. Ebenso sinkt die Rücksicht von Arbeitgebern auf besondere Belastungen wie gesundheitliche Einschränkungen, die nur zu Corona-Zeiten die Arbeitsfähigkeit vor Ort, aber nicht im Homeoffice einschränken, oder Kinderbetreuungserfordernisse zu berücksichtigen. Besonders dann, wenn die (Spitzen) Führungskräfte selbst davon nicht mit zusätzlichen Belastungen betroffen sind, glauben sie, die Belastungen wären wieder Privatsache
    2.Gleichzeitig steigt aber im Zuge der Anpassungsstrategien der Druck in einigen Organisationen, vom Homeoffice zum Präsenzdienst zurückzukehren. Und so trifft man auf neue Diskussionen – einige Organisationen, die ihre Mitarbeitenden teilweise bis Jahresende komplett ins Homeoffice schicken und die dafür erforderliche Technik bereitstellen und andere, die dem Glaubenssatz huldigen, nur im Büro würde wirklich gearbeitet. Dabei gibt es oft genug nur zuwenig Möglichkeiten und Bereitschaft von Führungskräften, orientiert an den Aufgaben einen passenden Mix von Anwesenheit vor Ort mit Homeoffice zu finden.
  2. Wer die letzten Wochen Revue passieren lässt, der wird feststellen, dass es mehr auf den einzelnen Menschen ankommt als nur auf formale Strukturen. Es braucht die richtigen Menschen auf den richtigen Positionen. Eine besondere Herausforderung für durchgeregelte Organisationen wie Verwaltungen. Es braucht aber auch eine andere Kultur des Vertrauens. Gleichzeitig brauchen auch agile Strukturen, die gerade für besondere Herausforderungen geeignet sind, Schutz und Sicherheit für die Beschäftigten, Entwickungsmöglichkeiten auch beim Entgelt und Anerkennung der erworbenen Qualifikationen.
  3. Wir brauchen eine neue Form von hybriden Sitzungen, Veranstaltungen und Diskussionen. Dabei müssen alle einbezogen werden; es braucht eine andere Kompetenz der Moderation und eine andere Form der Kommunikation.
  4. Hatte ich schon erwähnt, dass ich viele tolle, engagierte und hochmotivierte Kolleg*innen in meiner Abteilung habe? Und auch wenn einige andere meinen, Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes mit Stereotypen anfeinden zu müssen – vielleicht sollten wir mehr zeigen, was wir Spannendes machen und dabei häufig weit länger arbeiten als es die tarifliche Arbeitszeit vorsieht.
  5. Die Stummtaste am Telefon hat ihre zentrale Bedeutung in den letzten Wochen gezeigt. Wer noch nicht wusste, wo sie ist – jetzt wissen alle, das sie in Telefonkonferenzen zum Arbeiten und guten Zuhören unerlässlich ist. Und wenn man Sitzungen folgt, kann man im Zweifelsfall auch mal schallend lachen, wenn Vortragende seltsame Dinge erzählen.
  6. Es ist Sommer. Es ist so warm, dass man auch abends auf dem Balkon sitzen kann. Das entschädigt ein wenig für die viele Arbeit, die es immer noch gibt, um Konzertkarten oder geplante Reisen rückabzuwickeln.
  7. Es soll ja Leute geben, die nach diesem Lockdown eine aufgeräumte Wohnung und einen leeren privaten Schreibtisch haben. Ich für meinen Teil habe noch weniger Zeit als sonst für Hausarbeit, aber ich freue mich auf den Mehrzeitausgleich, um das im wahrsten Sinne des Wortes Liegengebliebene demnächst endlich zu erledigen.

Veröffentlicht von Margrit Zauner

Europäerin in Berlin mit großer Wienliebe und einer Leidenschaft für Bücher und Arbeit Copyright Foto: ALBBW / M. Bußmann

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