#CoronaZeiten #10


Zehn Wochen #CoronaZeiten und noch einiges vor uns

  1. Die NYT hat auf der Titelseite 1.000 Namen, eng bedruckt, veröffentlicht. 1%der Corona-Toten in den USA. In Deutschland hat es bisher deutlich weniger Tote gegeben. Corona trifft überproportional die „vielen“, auch wenn es einige der „wenigen“ trifft, die dann auch medial so präsent sind, dass man meint, es träfe auch und vor allem die Boris Johnsons. Tatsächlich trifft es besonders die, die auf engem Raum leben müssen, auch mit Krankheitssymptomen arbeiten müssen, weil sie dringend das Geld brauchen. Armut macht krank und verkürzt Leben.
  2. Corona ist ein so deutlicher Rückschritt für die gelebte Gleichberechtigung von Frauen, das man förmlich zusehen kann, wie erreichte Fortschritte zerbröseln. Nach zehn Wochen Home-Schooling und Home-Office können nur noch Menschen ohne praktische Lebenserfahrung die (Nicht)Vereinbarkeit am selben Ort und zur selben Zeit leugnen. Aber anstatt über Konzepte für Kinderbetreuung und Schule zu reden, fokussiert sich Politik lieber auf Bundesliga-Spiele und sonstige Lockerungen, die immer mehr die Verschiebung von der Gesundheit für alle auf die Wirtschaft, die funktionieren müsse.
  3. Die Mund-Nasen-Bedeckung ist für einen in meiner Beobachtung ansteigenden Anteil von Menschen etwas, das eher Mund- oder sogar Kinn-Bedeckung sein soll. Hilft nur leider nicht. Es kann aber auch Begegnungen wie neulich im Bus geben, wo ein alter Mann mich wüst beschimpfte, weil ich ihm beim Aussteigen zu nahe gekommen sei – ich war im selben Abstand zu ihm wie den anderen Aussteigenden. Und nachdem er zur Bekräftigung der Notwendigkeit des Abstandes zu ihm noch laut und riechend einen fahren ließ, war ich froh, dass er das nicht gemacht hatte, als ich hinter ihm saß.
  4. Das Recht auf Bildung und die Schulpflicht sind wichtige Elemente einer Gesellschaft, in der alle Kinder die Möglichkeit haben, sich bestmöglich zu entwickeln. Nach einer Zeit mit Homeschooling und fehlender Kinderbetreuung wird sich leider zeigen, wie sehr das gerade die Kinder in ihrer Entwicklung zurückgeworfen hat, die Zuhause nicht die erforderliche Unterstützung haben. Es besteht die Gefahr, dass sich die schon bestehenden Seggregationen weiter vergrößern.
  5. Menschliche Kommunkation ist mehr als das was man zunächst hört oder sieht. Telefonkonferenzen genauso wie Videokonferenzen sind gerade in diesen Zeiten ein zentrales Arbeitsinstrument. Aber sie sind auch extrem anstrengend. Arbeitsschutz ist deshalb mehr als Hygieneregeln oder andere physische, wichtige und erforderliche Schutzmaßnahmen.
  6. Während sich die einen darin überbieten (wollen), was endlich auch „gelockert“ werden muss, haben die anderen Angst, das alles zu schnell gelockert wird und die zweite Welle mit viel größerer „Wucht“ und vor allem viel mehr Tote, besonders aus den vulnerablen Gruppen, fordert. Leider wissen wir erst in ein oder zwei Jahren, welche Strategie die bessere war.
  7. Es braucht – gerade und auch – in diesen Zeiten schöne Dinge. Zum Beispiel Zeit zum Binge-Watchen von Serien oder Ausschlafen. Und das nennt man dann Urlaub, der auch wieder viel zu schnell vorbei ist.

Veröffentlicht von Margrit Zauner

Europäerin in Berlin mit großer Wienliebe und einer Leidenschaft für Bücher und Arbeit Copyright Foto: ALBBW / M. Bußmann

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